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LYRIK Im Herzen die Krätze (Auswahl)
  Gedichte. 1988. edition suhrkamp 1511.

 

Fremd bei mir selbst

Fremd bei mir selbst bin ich geworden
Der Takt der Schritte und das Lachen
Der Augenblick. Fremd bei mir selbst.

Sich auf der Schulter sitzen und die Zeit verstreichen
Ins Amt gehn, Damen lieben, Sitzungen verkurbeln
Mit Freunden sehend reden. Sich auf der Schulter sitzen.

Die Außenwelt hat sich verpuppt. Die Straßenschluchten
Verengen sich und Vorsommer in den Träumen
Die schöne Außenwelt hat sich verpuppt und spinnt.

Kein Streit. Der Sauerampferwein wie Schluck für Schluck.
Das Ausland in der Brust. Die persönlichen Feinde
Sterben aus. Ich bin so mild. Kein Streit.

So leb ich nicht so gern. Die Politik
Aber lässt mich nicht sterben. Der Entbehrliche
Wird noch gebraucht. So lebe ich.

   
   
 
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