Draußzwischen (Pour Hölderlin XIII)
1
Nichts als entlaufen! Dem Ich entwachsen bereits
Wunderblumen zart. Um ihre Wurzeln herum
Stauben Wunsch und Gewalt auch.
Nächtlich, hinterm Tag und ade.
Denn immer ist das Ich dem Ich unentbehrlich
Aber ich wachse doch nicht in das Ich hinein
Tragen kann mich keines, noch
Bin ich verlierbar an jedes
Nächtlich, hinterm Tag also entlaufen ins
Du?
Diesem mit dem Wundergeblüte Geruch und
Noch Gestalt und Genuß sein?
Stets verborgen Wunsch und Gewalt?
Doch es staubt sehr stark zwischen dem Ich und
dem Du
Und ich finde immer was ich suche. Immer
Finde ich mich im Fremden
Nichts ist fremd daher. Entlaufen!
2
Jetzt im Spätsommer ist er so vergangen
daß
Ich aus dem Ich herauslauf. Jetzt bin ich zuerst
Irgendwo draußen. Sterne
Eingebildet hab ich sofort
Wenn ich - man tuts - zurückschau aufs sprießende
Ich
Dämmert es dennoch und Sterne wissen von nichts.
Draußen ist alles und drin
Bin ich nimmer, ist nichts als das.
Ein gestirntes Etwas hüpf ich draußen
umher
Gebläse vom Ich, doch gänzlich im Material
Schockt sowas den faden Herbst
Weil da was Fremdes die Zeit staut?
Was soll denn das sprießende Ich in der
Natur
Anderes sein als ein Wunder? Ein Erstaunen
Ein Nebel zwischen dem Ich
Und mir, der ich kürzlich entlief.
3
Komm in den Schatten meines Mundes Fremdlingin
Gewalt ist allhier und alldort und dazwischen
Wünsche gleich Weinhauerei
Mögest du mir widerstehen
Sommer dahin. Gleichgültig ist jeglicher
Herbst
Schon lange der Natur. Hinterm Tag und nächtlich wie
Überall rüstet bauchig
Jede Regierung Ihr Volk ein
Es staubt so. Im Herzen des sprießenden
Ichlings
In den lichtlosen Wurzeln der Zukunft hockt gut
Die Krätze. Was nicht sich ins
Vergangene hungert, fault jetzt
So ein Verschlucken von Leben, das Verwüsten
Des Festlandes Ichwir ist selbst Leben und strotzt.
Überall strotzt es innen
Im Ich. Dem Ich zart entwächst es
4
Komm in den Schatten meines Mundes Fremdlingin
Staune mich zurück in deine Augen. Allhier
Alldort immerhin gibt es
Bewohnbares im Draußzwischen
Entlaufen dem Ich. Hinterherwachsen kanns jetzt
Bildet sich ein in die Haut als Etwas von Du
wächst in Innere schon nicht.
So Fremdsucht, gemasertes Ich
Die Nachtwächter des Herbstes sind kommen
und sind
Betrunken wie jegliche Vorhut. Barbarisch
Wie sie aufs sprießende Ich
Brechen. da riechen die Wunder
Im Winter bricht gar nichts, die Sterne beschimmern
Auch das. Mir Harlekin sind sie Windlichter längst
In den Schatten meines Mundes
Gesternte Fremdlingin komm nun
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